Michael Saylor und seine Firma „Strategy“ ist gemeinsam mit den anderen Treasury Company’s wohl das spannendste und am heftigsten diskutierte Thema im Bitcoin-Space. Grundsätzlich stehe ich der Person Saylor ja wie man weiß schon sehr kritisch gegenüber, jedoch fasziniert mich die Art und Weise wie das Unternehmen agiert schon irgendwie auch. 🤗
Obwohl Strategy (MSTR) ja schon lange nicht mehr das einzige Unternehmen ist welches eine Bitcoin-Reserve aufbaut, ist es immer noch mit Abstand der dominanteste Player – der first Mover halt.
Aktuell steht das Unternehmen schon bei knapp 670.000 Bitcoin, einem Anteil am Gesamtbestand von mehr als 3%.

Ich habe mich dennoch immer gefragt, was ich von der Finanzierungsstrategie dieses wachsenden Stack’s halten soll (Kreditinstrumente) und woher auf Dauer dieser Yield/Premium der Aktie kommt. So wirklich verstanden habe ich das ganze anfangs eigentlich nicht, mittlerweile glaube ich zumindest mehr zu verstehen. 😅

Die Strategie von Michi Segler, den Bitcoin-Stack immer mehr beleihen zu wollen und damit quasi eine Maschine zu bauen, welche „sichere“ Ausschüttungen generiert wird in letzter Zeit immer klarer. Sofern man an den langfristigen Erfolg von BTC als Kapital glaubt, ist das auch irgendwo eine „sichere“ Wette.
Aus Sicht der Investoren wird Strategy eine Bank, welcher man Geld leiht, die zudem wesentlich besser besichert ist als so manche Bank heute (durch die Bitcoin Brille) und man bekommt im Gegenzug bessere Zinsen ergo Rendite – je nach Zeithorizont. Damit Strategy seine Bitcoin auch in kritischen Phasen nicht veräußern muss, hat man jetzt auch noch begonnen eine Cash-Reserve aufzubauen – für alle Fälle. 😉
Da der Großteil des neu lukrierten Kapitals wieder in die Käufe von Bitcoin fließt, geben sich die Investoren der verschiedenen Zinsprodukte aber ja eigentlich mit weniger „Rendite“ zufrieden als die Bitcoin langfristig generieren, und diesen Premium erhalten dann in der Theorie die Aktionäre. Die Volatilität von Bitcoin als Basis-Asset wird also von einigen Produkten (STRC, STRF, STRK) weg genommen, dafür wird die Aktie selbst volatiler und generiert mehr Rendite. So far, so good. 😉
Der Markt jedenfalls straft aktuell diese Art der Unternehmen ab und sieht auch das Modell von Strategy kritisch. Natürlich läuft auch Bitcoin aktuell nicht so gut wie es der ein oder andere gern hätte, kann also schon gut sein, dass wir hier eine Unterbewertung haben. Diese wollen wir ja als Investoren. 😉

Deshalb habe ich nach meinem Kauf in das fallende Messer im Oktober auch im November nochmals 3 Stk. nachgelegt und mich im Dezember auch nochmals etwas genauer mit dem Modell beschäftigt. Was folgte daraufhin? Ein weiterer Nachkauf. Saylor hat ja offensichtlich einen Faible für die Zahl 21 und was liegt da näher als diese Zahl an Shares zu halten? 🤭😎

Somit habe ich eine Limit-Order mit weiteren 11 Stk. gesetzt, welche dann schließlich am 15.12. zur Ausführung gekommen ist. Damit sind die „21 Shares of wealth“ komplett. 💪🏻

Teil meiner Analyse waren auch einige neue Betrachtungen, z.B. die Entwicklung des mNAV und meines persönlichen Buying Premiums. Als ich am Anfang des Jahres in Strategy eingestiegen bin, hatte ich ein Premium von 2x bezahlt, sprich im Vergleich zur Bewertung nach seinen Assets diesen entsprechenden Aufschlag.
Über den Sommer hat sich dieser durch Verwässerung zwar reduziert, aber seit Herbst ist der Markt nicht mehr überzeugt davon und die Aktie wurde so weit abgestraft, dass wir seit November sogar bei einem mNAV unter 1 angekommen sind, also es wird nichtmal mehr der Wert der gehaltenen Bitcoin bezahlt. Für mich ein psychologisch guter Zeitpunkt jetzt nachzulegen. Somit ist mein bezahlter Premium aktuell wieder bei unter 1,5x.
Ein anderer Weg die Aktie bzw. mein Investment zu betrachten, ist es in Sats zu bemessen. Schaut man sich die Entwicklung an sieht man, dass ich zu Beginn mit meinem Investment bei knapp 600k Sats gestanden bin, die durch die positive Verwässerung sogar bis in den Herbst angestiegen sind ohne Nachkäufe tätigen zu müssen.

Es gibt hier zwei Wege, wie diese Sats per Share berechnet werden. Einmal in „Basic Shares“, also den aktuell bestehenden Anteilen und einmal in „Diluted Shares“, den Anteilen unter Berücksichtigung eventueller Wandelanleihen in der Zukunft. In beiden Fällen sieht man aber, dass der Wert in letzter Zeit stagnierte, bzw. durch den Aufbau der Cash-Reserve auch letztens rückläufig ist. Je nach Kalkulation stehe ich aber nun bei 4,1 Mio. bzw. 4,5 Mio Sats, welche neben Flatex und Cold-Storage meinen Bitcoin Anteil im Rahmen dieser Investition ergänzen.

Abschließend habe ich noch zwei Grafiken, in denen man die Gewinne/Verluste sowie den Bitcoin-Preis dieses Investments sieht. Interessant aber eh schon gehört ist die linke Grafik, in der ersichtlich wird, dass der Bitcoin-Wert mittlerweile den Aktienwert übersteigt. Verglichen mit meinem Investment bin ich aber in beiden Fällen „negativ“ bzw. aktuell im Verlust.
In der rechten Grafik sieht man erstens, dass mein damaliger Einstiegspreis für meine SATS bei über 160.000€ gelegen ist, nach dem „Sats per Share“ Anstieg und meinen nun erfolgten Nachkäufen stehe ich jedoch nun bei knapp 95.000€, also einem nun doch etwas besseren Wert – damit kann ich gut leben. 😅 Außerdem ist neben dem Bitcoin-Preis in Orange auch der Einstandspreis von MSTR eingezeichnet, welcher aktuell bei ca. 64.000€ liegt. Wir haben also noch Buffer und selbst dann müsste Strategy ja nicht wirklich Bitcoins verkaufen, weil es durch die Finanzierung keine Margin-Calls im herkömmlichen Sinne mehr gibt.
Ob ich hier gerade dabei bin, meine erste „dumme“ Investitionsentscheidung zu treffen werden wir wohl erst in zwei bis drei Jahren wissen. Vielleicht denk ich mir dann, hätte ich besser auf Alexandra und Stefan gehört. 🤭 Mir ist auch durchaus bewusst, dass nicht nur Strategy selbst, sondern auch die Person Saylor ein gewisses Risiko ist. Und obwohl ich als Bitcoiner natürlich das System der Treasury Company’s nicht mit offenen Händen empfangen heißen will, ist es halt eine rational betrachtet logische Entwicklung. Davon kann man profitieren, oder es einfach nur passieren lassen. In dem Fall entscheide ich mich nach (meiner Ansicht nach) reiflicher Überlegung ganz im Sunrise-Sprech für: „Mitverdienen“ 😅
Natürlich würde es etwas schmerzen, wenn wir auf „0“ gehen, aber selbst dann hat sich für mich im Leben nicht wirklich was zum negativen entwickelt. Die potenzielle Upside ist also wie bei Bitcoin deutlich höher als die Downside. Und es wäre nicht das erste Mal, dass Märkte irrational bewerten.
Ich wünsche noch allen meinen Leserinnen und Lesern etwas verspätet Frohe Weihnachten 🎄 und beschließe damit diese FinanzBilanz. Bis in den nächsten Tagen, es kommt noch mehr. 😜

Wuhu noch mehr🎉