Das halbe Jahr 2026 ist nun bereits um, und der ein oder andere hat sich vielleicht schon die Frage gestellt, ob mir etwas passiert ist. Immerhin ist der letzte Beitrag nun 4 Monate her, ein sehr langes Intervall für diesen Blog. Irgendwie war das Q1, aber auch Q2 dann doch intensiver als erwartet, bzw. der Blog neben Umzug, Arbeit und restlichem Leben nicht sehr hoch auf meiner Prioritätenliste. 😅

Hoffentlich ist diese Phase der Abwesenheit nun vorbei und ich starte wieder in den regelmäßigen Berichtszyklus. 💪🏻

Nichts desto trotz hat sich in meiner Welt finanziell einiges getan. Vor allem ist ja durch den Kauf einer Eigentumswohnung eine neue Assetklasse in meine Vermögensbilanz eingetreten, die zudem gleich eine sehr dominante Rolle einnimmt. Ich bin ja nicht der größte Immobilienfan, aber glaube nun dennoch mit dieser Wohnung nicht nur eine gute Lebensstil, sondern auch finanziell gute Entscheidung für unseren Haushalt getroffen zu haben. 😉

Auf den ersten Blick würde man dies gar nicht erwarten, denn ein großer Nachteil von Immobilientransaktionen wird in meiner langfristigen Vermögensstruktur sofort sichtbar: Die Nebenkosten sorgen zuerst einmal dafür, dass man mit deutlich weniger Vermögen als zuvor dasteht. 😅

Über das ganze Thema Immobilie, Finanzierung etc. plane ich aber dann im Sommer doch noch einen eigenen Beitrag, also stay tuned. 😜

Doch auch abseits des eigentlichen Kaufes hat so eine weitreichende Veränderung natürlich einen massiven Einfluss auf die Vermögensbilanz. Auch wenn ich in der Pie-Chart Darstellung großteils auf die Einbindung des illiquiden Immo-Teiles verzichte, ist der risikoarme Teil nun sehr klein geworden und innerhalb dieses Teiles kam es zu Verschiebungen.

Ich habe beschlossen, dass der Notgroschen weiterhin verteilt auf die beiden Vehikel Bundesschatz und Trade Republic bleibt, weil hier einfach das im Verhältnis zu sonstigen Banken beste Zinsniveau geboten wird.

Seit der Zinserhöhung der EZB im Juni gibt es bei Bundesschatz 2,2%, bzw. bereinigt 2,13% und bei TR ist es der volle Einlagezins von 2,25%. Im Vergleich dazu bietet die Hypo Tirol (Hausbank) am Tagesgeld immer noch nur 0,75%.

Zu groß möchte ich den Anteil bei TR aber trotz geringem Zinsvorteil nicht werden lassen, denn gutes Gefühl habe ich dort weiterhin keines, zumindest für größere Summen.

Im ein oder anderen Gespräch bzw. Chat wurde ich darauf angesprochen, wieso überhaupt noch so „viel“ Notgroschen übrig bleibt und ich muss sagen, dass auch die Entscheidung dazu ein gewisser Prozess war, an dem Chat-GPT nicht unschuldig ist. Er hat mir im Gespräch aufgezeigt: Wir haben eine Immobilie, einen Kredit, geplante Sondertilgungen, volatile Assets wie Bitcoin und möglicherweise in den nächsten Jahren Familienplanung. Der Cashpuffer ist nicht dafür da, Rendite zu bringen, sondern damit wir in schlechten Marktphasen nicht verkaufen müssen und unsere Strategie durchhalten können. Oder kurz gesagt: Unser größerer Notgroschen ist kein Renditebaustein, sondern die Versicherung dafür, dass wir den Rest offensiv investieren können.

Oft wird der Notgroschen gegen das Einkommen bzw. die Ausgaben gerechnet, ich versuche es künftig eher gegen die ganze Bilanz zu rechnen und hier ca. 8-12% des Nettovermögens anzupeilen. Auch sehe ich diese Position ab jetzt weniger als alleiniger „Notgroschen für kaputte Waschmaschine“, sondern mehr als strategische Liquiditätsreserve.

Denn er ist nicht nur für Notfälle. Er ist auch dafür da,

  • Chancen wahrzunehmen,
  • Sondertilgungen flexibel zu steuern,
  • Marktkrisen auszusitzen,
  • Familienereignisse zu finanzieren,
  • keine Vermögenswerte unter Druck verkaufen zu müssen.

Laut Chat-GPT ist dies auch exakt die Funktion, die Liquidität in professionell verwalteten Vermögen erfüllt – und da will ich ja als bodenständiger Investor hin. 😜

Wie sieht es sonst so aus? Der Markt war in den letzten Monaten zum Teil sehr volatil, insbesondere Bitcoin und Strategy ist ziemlich unter die Räder gekommen. Aber auch Gold hat im Vergleich zum Anfang des Jahres ziemlich nachgegeben, weshalb es in den letzten Monaten durchaus die ein oder andere Nachkaufgelegenheit gegeben hat. Taktisch ist das Gewicht von BTC weiterhin deutlich zu niedrig, das der Fonds in Summe zu hoch

Grundsätzlich laufen jedoch meine Sparpläne trotz Kreditrate ziemlich unverändert weiter, ein Luxus, dessen ich mir bzw. wir uns doch auch bewusst sind.

Durch die Anpassung der strategischen Risk Allocation auf 20% Risikoarm und 80% Risikobehaftet ist hier die Abweichung sehr gering. Operativ habe ich mich in den letzten Monaten primär mit unserer Finanzierung beschäftigt, aber auch bei Bitcoin den ein oder anderen Nachkauf getätigt. Kritischer wird der ein oder andere Leser bzw. die ein oder andere Leserin jedoch wohl eher diesen Kauf hier sehen:

Aufgrund der Tatsache, dass der Kurs nochmals deutlich nachgegeben hatte, habe ich die Wette Strategy nochmals etwas ausgebaut. 🙈😁

Dennoch muss ich aufpassen, dass mein 1BTC Ziel hier primär durch Käufe vorangetrieben wird, welche ich auch auf die BitBox abziehen kann und ich somit ein Gegenparteirisiko ausschließen kann.

Am Ende ist jedoch in diesem Zyklus das Thema Treasuries und insb. Michael Saylor sehr dominant. Ich habe mich auch sehr intensiv damit auseinandergesetzt und kürzlich auf unserem Meetup in Innsbruck auch einen Vortrag dazu gehalten.

Dort war mein Ratschlag als Bitcoiner: 90% der BTC auf Cold Storage, 5% auf Börsen und 5% in Treasury Companies. Umgelegt auf 1BTC wären das 0,9 BTC auf der BitBox, 0,05 BTC bei Flatex und 0,05 BTC in Strategy.

Auch wenn es im letzten Quartal keinen Bericht gegeben hat, hier der Vergleich der letzten beiden Quartale. Am Ende ist dieser recht unspektakulär, der Immobilienanteil hat sich geringfügig erhöht, da durch unsere Tischlereinbauten der Wert um 50% der Investitionssumme erhöht wurde. Ich denke, insbesondere bei qualitativ hochwertigen Einbauten ist dies gerechtfertigt und mit „nur“ 50% ohnehin sehr defensiv umgesetzt.

Der Bitcoin-Anteil ist trotz Nachkäufen gefallen, der Aktienanteil ebenso wie auch Gold. Nur die Aktienmärkte im allgemeinen kennen aktuell nur eine Richtung und man sieht, dass es in einem Gesamtportfolio-Kontext einfach sinnvoll ist, zu streuen.

Im Vergleich mit dem Vorjahr sieht man natürlich die massive Auswirkung der Immobilientransaktion. In diesem Kontext fällt es nun extrem schwer, andere Punkte zu benennen oder Entwicklungen zu bewerten.

Natürlich schlägt sich dies auch auf die Umkehrung des Anteils Risikobehaftet / Risikoarm nieder, der sich im Vergleich zu vor einem Jahr praktisch umgekehrt hat.

Etwas spannender ist noch der Blick in die Level 3 Allokation:

War zum Jahreswechsel noch Strategy ganz vorne, hat sich wie aus dem nichts plötzlich TSMC an die Spitze gesetzt und damit gleich drei Titel überholt. Das ist insbesondere spannend, weil es zeigt wie groß ein Titel im ESG EM ETF werden kann. Alles in allem sieht man aber auch, dass meine Einzelwerte aktuell im Vergleich zu den großen ETF Werten keine Klumpen darstellen. Auch die Branchen sind noch gut diversifiziert, wenngleich Strategy natürlich den Technologie-Teil doch erheblich vergrößert hat. Abschließend ist auch die regionale Gewichtung so, wie ich sie geplant habe und wir sind ganz gut im 50/30/20 Regime (50% Welt mit USA, 30% EM und 20% Europa). Der Standortfonds Österreich hat sich hier ja quasi als solider, dritter Fonds etabliert, der schon eine ordentliche Beimischung darstellt.

Ein weiterer Punkt, der irgendwie im Austausch mit Chat-GPT wieder in Erinnerung gerufen wurde, ist das Thema finanzielle Governance im Bezug auf uns als Paar. Viele Dinge hängen operativ an mir und sollte mir etwas passieren, wäre es für Sabrina vielleicht nicht ganz optimal. 😬

Deshalb sind wir in einem ersten Schritt nun das Thema Vollmachten angegangen.

Neben meinem Bundesschatz-Konto, auf welchem ja ein Teil des Notgroschens liegt, haben wir auch unsere beiden Girokonten angepasst. Das Bundesschatz-Konto ist nun also ein Gemeinschaftskonto, auf unsere jeweiligen Hypo Tirol Konten hat der jeweils andere Partner Verfügungsberechtigungen.

Die Flatex-Depots bzw. das Konto bei Trade-Republic greifen wir mal vorerst nicht an, sollte jemandem (vor allem mir) etwas passieren ist operativ wohl Handlungsfähigkeit (Kredit, Abbuchungen etc.) gegeben und den Rest regelt dann eh die Verlassenschaft via unserer beiden Testamente.

Abseits der Finanzen, bei denen ich nun sicher den ein oder anderen Punkt vergessen habe, hat sich in den letzten Monaten einiges getan, und es waren schöne und coole Momente dabei.

Wir genießen unsere neue Wohnung, ich fahre seit Ende März einen Tesla Model Y, war im Rahmen eines Firmenevents erstmals geführt im Parlament, beim ORF am Küniglberg und gemeinsam mit Sabrina auch beim ESC. Auch in Prag war es wieder sehr schön, darüber möchte ich aber noch einen separaten Beitrag nachreichen. 🥰

Die Ziele für das nächste Quartal sind es BTC weiter auszubauen, eine erste Sondertilgung für den Kredit zu machen und auch den Notgroschen etwas zu erweitern, dazu dann aber mehr beim nächsten Mal.

Ich hoffe es freut meinen Leserinnen und Leser, dass ich wieder zurück bin und beende somit diese FinanzBilanz. 🥳

2 thoughts on “Ein Lebenszeichen zum Abschluss Q2/2026”

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