Ein gutes halbes Jahr ist es nun her, als ich das erste Mal von Tanja berichtet habe. In den letzten Monaten ist natürlich die Welt nicht stehen geblieben und es ist meiner Meinung nach an der Zeit für ein Update.

Um die Leserinnen und Leser nicht auf die Folter zu spannen, kurz und knapp die Änderungen der letzten Wochen:

  • +5k Kapitalerhöhung in den 1M Bundesschatz
  • geplante 5k Umschichtung von 6M Bundesschatz in Bitcoin
  • ca. 2k Gewinnrealisierung von Standortfonds Österreich und Umschichtnug in 6M Bundesschatz

Im linken Pie-Chart sieht man wieder das investierte Geld, im rechten Pie-Chart den aktuellen Zwischenstand. In den nächsten Zeilen werde ich nun auf die jeweiligen Aktionen im Detail eingehen.

Am einfachsten ist dabei die Erhöhung von 5k ihres Kapitals in den 1M Bundesschatz. Ausgehend von den damals 75k sind nochmals 5k dazu gekommen, welche am Tagesgeld lagen und wir uns darauf verständigten, statt 0,75% lieber die 2,13% mitzunehmen. Damit liegen seit Anfang Juli nun 20k statt 15k im monatlichen Bundesschatz und erzielen Zinsen. Nothing special. 😎

Tja, und dann sind wir schon bei der spannenderen Geschichte, nämlich dem Update zu Bitcoin.

Wie wir ja wissen, hatte ich mit den Anfang 2025 geplanten 10k, welche in Bitcoin investiert wurden, nicht unbedingt das beste Markt-Timing bewiesen. Der Einstiegskurs von ca. 94k war nicht nur für Tanja, sondern auch für mich für den Fall, dass sie die Option von mir ziehen sollte, ich also die Downside hedgen muss, nicht optimal.

Nachdem sich für mich nun langsam eine Bodenbildung des Bärenmarktes abzeichnet stellte sich die Frage, ob es nicht für beide Seiten sinnvoll wäre, jetzt nochmals einen Betrag in Bitcoin umzuschichten. Ich habe mir dazu etwas Gedanken gemacht und bin letztlich bei 2,5k bis 5k als möglichem Betrag gelandet. Bedingung natürlich: Ich erweitere die Option von Tanja auf den neuen Betrag, um ihr Risiko nicht zu erhöhen.

Dazu hatte ich Anfangs eine kleine Tabelle gemacht, welche das Optionsgeschäft darstellt und anschaulich macht:

VarianteBTC-Einsatz gesamtBTC in Option ca.Garantiewert
Jänner 2030
Mein impliziter Übernahmepreis
aktuell10.000 EUR0,10591 BTC11.000 EURca. 103.900 EUR/BTC
+2.500 EUR12.500 EUR0,15158 BTCca. 13.674 EURca. 90.200 EUR/BTC
+5.000 EUR15.000 EUR0,19725 BTCca. 16.348 EURca. 82.900 EUR/BTC

Wird also die Option analog ausgeweitet, muss ich neben den 15k BTC-Investition noch 1.348€ an Zinszahlung leisten, habe dafür aber meinen persönlichen BTC-Preis von über 100k auf ca. 83k reduziert. Für Tanja ergibt sich ebenfalls ein wesentlich besserer Einstieg und die Möglichkeit, mehr Gewinne mitzunehmen – klassiche Win-Win-Situation. 😉

Im obigen Kurschart konnte man bereits erblicken, dass nach dem Anstieg von Bitcoin der letzten Tage das beste Zeitfenster wohl schon um sein dürfte, bis dahin wurden mittels DCA von den 5k jetzt in Summe 4k investiert. 1k wartet also noch darauf, entweder investiert zu werden oder wieder zurück in die Staatsanleihen zu wandern. Entsprechend wurde natürlich auch die Verkaufsstrategie angepasst. Man sieht, dass die 14k vor Kaufgebühren nun einen Stack von 0,1767 BTC darstellen und der Einstand von 94k für Tanja auf 79k gesenkt wurde. Erster Verkauf von 10% ist bei 150k geplant. Der nächste Zyklus sollte hoffentlich die 200k knacken, weshalb der Großteil hier erst verkauft werden würde.

Was im Gegensatz zu Bitcoin sehr gut gelaufen ist, war der Sunrise Standortfonds. Dieser hat nach knapp 1,5 Jahren bereits die Zielrendite erreicht gehabt, also mit 38% bereits 6% p.a. – damit hatte ich nicht gerechnet. 😅

Hier ist es also nur konsequent, ein paar Chips vom Tisch zu nehmen und konservativer umzuschichten. Gewinner laufen dennoch weiter. 😎

Entschieden habe ich mich hier für einen Verkauf von ca. 2.000€, womit dann nach Steuer gut 1.800€ übrig geblieben sind, die anschließend in den 6M Bundesschatz umgeschichtet wurden. Ein guter Trade für Tanja.

Damit ergibt sich ein neuer Zwischenstand:

Von den 80k sind 79k investiert, 14k davon in BTC, 3,5k im SFAT, 20k im BS 1M, 11,4k im BS 6M und die 30k im 48M BS.

Inklusive der realisierten Gewinne wären wir sogar leicht im Plus aktuell, wobei hier natürlich nun die Umschichtung und der kürzliche Anstieg des BTC-Preises stark einwirken und es nur eine Momentaufnahme darstellt.

Jedenfalls bin ich persönlich mit den durchgeführten Aktionen sehr zufrieden und glaube, dass im Sinne von Tanja eine sehr starke Verbesserung erzielt werden konnte.

Wenn man bedenkt, dass wir immer noch bei einem sehr niedrigen BTC-Preis stehen und wir dennoch praktisch keinen Verlust mehr zu verzeichnen haben steht dem Portfolio eine blühende Zukunft bevor. 🙃

Spannend bleibt natürlich auch die künftige Zinslage, hier besteht aber immerhin auch noch Spielraum durch den großen Betrag im 1M Bundesschatz von Erhöhungen zu profitieren oder auch gute Zinsen zu binden. Hier habe ich aber auch gelernt, dass Zinsprognosen nicht so mein Ding sind und ich ja schon die ein oder andere nicht so optimale Entscheidung getroffen habe.

Am Ende glaube ich aber, dass man nicht immer die beste Entscheidung treffen muss, solange man keine großen Fehler macht. Einen solchen würde ich aber bisher nicht ausmachen können, gerne könnt ihr mir aber hier eure Meinungen dazu mitteilen. 😉

Die von Chat-GPT habe ich mir schon eingeholt und teile ich natürlich abschließend auch gerne noch mit meinen Leserinnen und Lesern 😃:

„Alles in allem würde ich die Handlungen des Bloggers in den letzten Monaten als strategisch konsistent, aber mit klar erhöhtem Eigenengagement und damit höherem Verantwortungsniveau bewerten.

Die ursprüngliche Strategie war ein Barbell: sehr viel Sicherheit über Bundesschatz, kleiner konventioneller Risikoanteil über Standortfonds, dazu ein asymmetrischer BTC-Baustein mit hoher Renditeerwartung und privater Absicherung. In den letzten Monaten wurde diese Logik nicht verlassen, sondern eher nachgeschärft.

Der wichtigste positive Punkt: Der Blogger hat nicht panisch reagiert. BTC war deutlich im Minus, aber statt die These zu verwerfen, wurde bei tieferen Kursen in Tranchen nachgekauft. Dadurch ist der durchschnittliche BTC-Einstand von grob über 90k EUR/BTC auf aktuell rund 78,6k EUR/BTC gesunken. Das ist erheblich. Der BTC-Bestand liegt jetzt bei 0,17665176 BTC, der aktuelle BTC-Wert bei rund 11.475,80 EUR, und der Buchverlust beträgt nur noch etwa -18,0 % statt zuvor über -30 %. Das ist kein Beweis, dass die These aufgeht, aber die Nachkäufe haben die Ausgangslage klar verbessert.

Auch der SFAT-Teilverkauf war aus meiner Sicht sauber. Der Standortfonds hatte den Zielpfad des Aktienanteils praktisch schon erreicht. Einen Teilgewinn zu realisieren, Steuer zu zahlen und den Nettoerlös wieder in den Sicherheitsteil zu verschieben, ist genau das, was man bei einem regelbasierten Ansatz tun sollte. Der Blogger hat damit nicht nur Risiko erhöht, sondern auch Risiko wieder herausgenommen. Das ist ein wichtiger Unterschied. Wer nur BTC nachkauft und Gewinner laufen lässt, betreibt Risikoakkumulation. Hier wurde dagegen gleichzeitig rebalanciert.

Die aktuelle Struktur ist deshalb nicht unvernünftig: rund 79 % Bundesschatz, etwa 14,6 % BTC und rund 6,2 % Standortfonds. Das ist für eine ältere Anlegerin mit Sicherheitsbedarf immer noch offensiv im Risikoteil, aber nicht wild. Der dominante Block bleibt Sicherheit. BTC ist der asymmetrische Hebel. SFAT bleibt als diversifizierter Aktien-/Fondsbaustein erhalten, aber nicht mehr zu groß.

Kritisch bleibt die private Options-/Garantiekomponente. Aus reiner Portfoliologik macht sie die Strategie für Tanja attraktiver, weil der BTC-Downside teilweise auf den Blogger verlagert wird. Aus Governance-Sicht erhöht sie aber die Verantwortung des Bloggers erheblich. Er ist nicht mehr nur Erklärer oder Begleiter, sondern faktisch Risikonehmer und Gegenpartei. Das kann man machen, aber dann muss es sauber dokumentiert sein: Welche BTC-Menge ist umfasst? Welcher Garantiebetrag gilt per 01.02.2030? Was passiert bei Teilverkäufen? Was passiert bei Tod, Krankheit, Liquiditätsbedarf oder steuerlichen Änderungen? Ohne diese Klarheit wäre die wirtschaftliche Logik besser als die rechtliche/organisatorische Struktur.

Bei den Gebühren hat der Blogger ebenfalls besser gearbeitet als die ursprüngliche Banklösung. Die sichtbaren Gebühren sind überschaubar: vor allem BTC-Kaufgebühren, keine erkennbare laufende teure Produktverpackung. Die Steuern sind überwiegend normale KESt auf Zinsen und realisierte SFAT-Gewinne. Das ist ein fundamentaler Unterschied zur Bank-Story mit Lockzins, Fondsbindung, Ausgabeaufschlag, Depotkosten und laufenden Kosten. Die aktuelle Lösung ist transparenter und günstiger, auch wenn sie wegen BTC natürlich marktriskanter ist.

Mein Gesamturteil wäre daher:

BereichBewertung
Strategische Disziplingut
Nachkauf BTCgut getimt, aber bewusst risikosteigernd
SFAT-Gewinnsicherungsehr sauber
Gebührenstrukturdeutlich besser als Banklösung
Steuerlogiknormal, nicht problematisch
Dokumentation/Governanceder kritische Punkt
aktuelle Portfolio-Balancevertretbar, aber BTC nicht weiter forcieren

Was ich dem Blogger positiv anrechne: Er hat nicht einfach eine Story verkauft und dann zugesehen. Er hat die Portfolioentwicklung beobachtet, bei BTC antizyklisch nachgelegt, den Aktiengewinn teilweise realisiert und die Struktur wieder näher an die ursprüngliche Zielarchitektur gebracht. Das ist handwerklich besser als viele private „Beratungen“, die entweder aus Panik verkaufen oder aus Überzeugung immer weiter Risiko aufbauen.

Was ich ihm kritisch anrechne: Er bewegt sich mittlerweile sehr stark in einer hybriden Rolle aus Berater, Blogger, Treuhänder, Optionsgeber und potenziellem Käufer der BTC. Diese Rollenvermischung ist der eigentliche Schwachpunkt. Nicht zwingend moralisch, aber strukturell. Je besser BTC läuft, desto wichtiger wird die saubere Regelung, damit Tanja nicht unbemerkt einen Teil ihrer Upside an den Blogger abgibt. Je schlechter BTC läuft, desto wichtiger wird die Bonität und Zahlungsfähigkeit des Bloggers.

Mein Fazit: Portfoliotechnisch waren die Handlungen der letzten Monate überwiegend richtig. Governance-technisch muss das Ganze jetzt sauber vertraglich und rechnerisch fixiert werden. Die letzte offene 1k-Tranche sollte nicht mehr aus FOMO investiert werden. Der nächste wirklich wichtige Schritt ist nicht ein weiterer Kauf, sondern eine klare Exit- und Optionsmatrix bis 01.02.2030.“

Gerne könnt ihr auch nach wie vor das Parqet-Portfolio selbst verfolgen: https://app.parqet.com/p/6752e7ebf276f5b4b5898624

Ansonsten schließe ich diese FinanzBilanz mit dem ersten Update zu Tanja’s Portfolio und fremdem Geld in meiner Verantwortung, wird nicht das letzte gewesen sein. 🤗

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert